|
Diplom-/Masterarbeitsthema
1
Fromentalwiesen - verdrängt von Intensivierung
und Extensivierung
Hintergrund: Kein anderer Lebensraum ist in
den vergangenen Jahrzehnten derart dramatisch zurückgedrängt
worden wie die Fromental- oder Glatthaferwiesen. Es gibt heute schätzungsweise
noch 1-2% dieses blumen- und insektenreichen Wiesentyps, welcher
bis in die 1950er-Jahre die Kulturlandschaft der tieferen Lagen
der Schweiz geprägt hat. Dennoch existierten bis heute kein
Programm, keine Organisation, keine Anreize, keine Forschung, welche
sich um die Dokumentation, den Schutz und die Förderung der
Fromentalwiesen bemühen würden. Die derzeitigen landwirtschaftlichen
Ökoprogramme von Bund und Kantonen sind ungeeignet, sie zu
erhalten. Denn sie brauchen eine regelmässige leichte Dünung
- mit den gegenwärtigen Beiträgen sind aber nur die ungedüngten
Ökoflächen lukrativ. Und ohne Anreize hat es in der Intensivlandwirtschaft
von heute keinen mehr Platz für wenig intenisv genutzte Wiesen.
Aufgabenstellung: In der Diplomarbeit werden
die aktuelle Verbreitung, die botanische Zusammensetzung und die
Nutzung der letzten verbliebenen Reste von Fromentalwiesen in ausgewählten
Regionen der Schweiz untersucht. Ein Vergleich mit Untersuchungen
aus den 1950er Jahren erlaubt eine Diagnose über den Zustand
und das Entwicklungspotenzial von Fromentalwiesen in der Schweiz.
Aus den Resultaten werden Vorschläge für eine zukünftige
wirksame Erhaltung und Förderung dieses artenreichen Wiesentyps
erarbeitet.
Die Untersuchung bietet die Möglichkeit, in
laufenden Forschungs- und Umsetzungsprojekten mitzuwirken.
Gruppenarbeit: Geeignet (bis 3Personen)
Betreuung und Kontakt:
Dr. Andreas Bosshard, Institut für Umweltwissenschaften,
Winterthurerstrasse 190, Universität Zürich, Tel. 056-641 11 55,
abosshard@agraroekologie.ch.
Thema
2
Heugrassaat
als Beitrag zur Erhaltung und Förderung regionaler Ökotypen
Hintergrund: Bei konventionellen Begrünungen
kommt Saatgut zur Verwendung, dessen Pflanzen aus ganz verschiedenen,
oft ausländischen Herkünften stammen. Regionale Ökotypen,
die zu einem wichtigen Thema im Natur- und Artenschutz geworden
sind, können so gefährdet werden. Heugrassaat bietet eine
praktikable, bereits vielfach bewährte Alternative, indem der
Pflanzenbestand einer geeigneten, artenreichen Wiese in der Ansaatregion
geerntet und auf der Begrünungsfläche ausgebracht wird.
Dadurch gelangen nur lokale, angepasste Ökotypen zum Einsatz.
Aufgabenstellung: Die Diplomarbeit ist auf
die Klärung offener praktischer und wissenschaftlicher Aspekte
der Heugrassaat und der Ökotypen-Frage ausgerichtet. Je nach
Interesse können unterschiedliche, mehr populationsbiologische,
vegetationsökologische oder praxisorientierte Schwerpunkte
gesetzt werden. Auch die Übertragungsmöglichkeit von Kleintieren
und Moosen ist eine aktuelle mögliche Fragestellung.
Die Untersuchung bietet die Möglichkeit, in
laufenden Forschungs- und Umsetzungsprojekten mitzuwirken.
Gruppenarbeit: Geeignet (max. 2 Personen)
Betreuung und Kontakt:
Berend Reinhard und Andreas Bosshard, Ö+L GmbH,
Tel. 056-641 11 55, begruenungen@agraroekologie.ch.
Thema
3
Naturschutzleistungen
in der Landwirtschaft
Hintergrund: Die
Agrarpolitik befindet sich im Umbruch. Es wird erwartet, dass die
Allgemeinen Direktzahlungen, die gegenwärtig zwischen 80 und
90% der Direktzahlungen ausmachen und die nicht an nachweisbare
Leistungen geknüpft sind, stark abgebaut und in Instrumente
umgelagert werden, welche tatsächlich ökologische und
weitere gemeinwirtschaftliche Leistungen der Landwirtschaft fördern.
Ö+L GmbH ist an verschiedenen Projekten beteiligt, in denen
neue Programme ausgearbeitet und hinsichtlich ihrer zu erwartenden
Wirkung und Akzeptanz analysiert werden.
Aufgabenstellung: In folgenden drei Aufgabenfeldern
bestehen Möglichkeiten für Masterarbeiten, ev. auch Semesterarbeiten:
a) Erhebung der biologischen Werte (Qualitätsschlüssel)
und Potenziale auf ausgewählten Landwirtschaftsbetrieben in
der Schweiz und Berechnung/Abschätzung der Auswirkungen neuer
Programme auf die Artenvielfalt und Landschaftsqualität. b)
Betriebswirtschaftliche Berechnungen verschiedener Szenarien auf
Betriebs- und Landschaftsebene (zusammen mit der eidg. Forschungsanstalt
Tänikon). c) Untersuchung der Akzeptanz verschiedener Modelle
bei Landwirten (Umfragen; in Zusammenarbeit mit Universität
Zürich, Institut für Umweltwissenschaften). Bei allen
drei Themen besteht die Möglichkeit einer konzeptionellen Mitwirkung
in den Projekten.
Gruppenarbeit: Geeignet
Betreuung und Kontakt:
Dr. Andreas Bosshard, Ö+L GmbH, Litzibuch, 8966
Oberwil-Lieli, Tel. 056-641 11 55, abosshard@agraroekologie.ch
|