| ProfiNatur
- Pionierprojekt für das Zürcher Berggebiet wird abgebrochen
ProfiNatur startete erfolgreich und nach
jahrelanger Vorbereitungszeit im April 2009: breit abgestütz mit
einer Trägerschaft aus Kanton, Bund und NGO's, mit einer hochdotierten
Finanzierung von mehreren Stiftungen und dem Kanton, und mit über
Erwarten vielen Anmeldungen von Landwirtschaftsbetrieben. Die Presse hat
eingehend darüber berichtet. Nicht genehm war ProfiNatur
mit seiner "zu ökologischen Ausrichtung" nur dem Zürcher
Bauernverband ZBV. Sein permanenter Widerstand brachte ProfiNatur
im Herbst schliesslich zum Scheitern. Der Kanton wollte nicht ein Landwirtschaftsprojekt
gegen den Willen des ZBV unterstützen.
- ProfiNatur hätte vielen Betrieben im Zürcher Oberland
ein willkommenes Mehreinkommen gebracht und wesentliche Mehrwerte in
Natur und Landschaft geschaffen. Wie genau sich ProfiNatur
auf Betriebe und Landschaft ausgewirkt hätte, untersuchte eine
Studie im Sommer 2009 (Download hier).
- Hintergründe zum Projektabbruch enthält die Medienmitteilung
vom Herbst 2009 (Download hier).
Die nachfolgende offizielle Projektseite
(Stand Juni 2009) verliert damit per sofort vorläufig ihre Gültigkeit.
Informationen zum Projektstart
Nach einer langen Vorbereitungsphase
ist es soweit: Das Kulturlandschafts-Projekt ProfiNatur kann
loslegen! Zwischen 2009 und 2013 werden jährlich neu 90'000 Franken
vom Kanton Zürich in die Landwirtschaft im Zürcher Berggebiet
fliessen. Damit werden Vorreiterbetriebe unterstützt, die sich für
die Entwicklung der Kulturlandschaft und für den Schutz der Artenvielfalt
besonders engagieren.
Auch auf ProfiNatur-Höfen wird die Nahrungsmittelproduktion
weiterhin im Zentrum stehen. Aber mit einer wichtigen Ergänzung:
Sie soll ergänzt werden mit einem professionellen Betriebszweig Natur
und Landschaft, und zwar so, dass beide Betriebszweige gegenseitig einen
Vorteil davon haben. Wie sich diese Synergie realisieren lässt, will
eine breit abgestützte Trägerschaft zusammen mit den beteiligten,
innovativen LandwirtInnen herausfinden.
Eigentlich ist dies nicht etwas ganz Neues. Vielmehr hat über Jahrhunderte
die Produktion von Nahrungsmitteln die Artenvielfalt in unserem Land stark
erhöht und einzigartige Kulturlandschaften geschaffen. Im Zürcher
Oberland beispielsweise ist oder war fast jede zweite Pflanzen- und Tierart
von der landwirtschafltichen Nutzung abhängig! Eine Win-Win-Situation
zwischen Mensch und Natur, die Zukunft hat, aber bei den heutigen Nahrungsmittelpreisen
nicht mehr von selbst entsteht.
Ziel des Projektes ist ein Netz von Landwirtschaftsbetrieben, die sich
im Bereich Natur und Landschaft genau so hochprofessionall auskennen wie
ein Braunviehzucht-Spitzenbetrieb in der Viehhaltung und Zucht. Und genau
so, wie alle Brauviehalter und die Landwirtschaft als Ganze von den Leistungen
der engagierten Zuchtbetriebe profitieren, soll die Landwirtschaft und
die Landschaft der Region (und darüber hinaus) von den Erfahrungen
aus den ProfiNatur-Betrieben profitieren, von ihrem Know-how,
von den durch sie entwickelten innovativen Lösungen, die in die Politik
und Verwaltung einfliessen sollen.
"Gerade im Berggebiet mit seinen schwierigen Produktionsbedingungen,
aber umso grösseren Natur- und Landschaftswerten kann eine professionelle
Kombination zwischen Naturleistungen und Nahrungsmittelproduktion für
viele Betriebe neue Chancen eröffnen", ist Andreas Bosshard,
Agrarökologe von Ö+L und Projektleiter von ProfiNatur,
überzeugt. Er hat zusammen mit dem Fischenthaler Landwirt Peter Oser
bereits das 2007 abgeschlossene Vorläufer-Projekt AgriKuuL
entwickelt und auch für ProfiNatur durch jahrelange Vorbereitungsarbeiten
den Grundstein gelegt.
ProfiNatur richtet sich an Landwirtschaftsbetriebe, welche als
Vorreiter einen besonderen Beitrag an die Entwicklung der Kulturlandschaft
im Zürcher Oberland leisten möchten. Das Projekt unterstützt
dazu die Landwirte finanziell und fachlich. Die Betriebe profitieren
- von einer ökonomischen Analyse und einer ökologischen und
futterbaulichen Beratung,
- von Weiterbildungsmöglichkeiten,
- von einem von der Standardarbeitskraft SAK abhängigen Grundbeitrag,
und
- von darauf aufbauenden spezifischen Leistungsbeiträgen.
ProfiNatur basiert auf einer Zertifizierung, welche die wichtigsten
Elemente aus dem Projekt AgriKuuL übernimmt. Die Zertifizierung erfordert
eine gesamtbetriebliche, über den Ökologischen Leistungsnachweis
ÖLN hinausgehende Mindestleistung („Einstiegsniveau“).
Das Geld für ProfiNatur stammt vom kantonalen Fonds für Innovationen
in der Zürcher Landwirtschaft. Dazu kommen grössere Beiträge
von verschiedenen Stiftungen, vor allem vom Fonds Landschaft Schweiz.
Begleitet wird das Projekt von einer Steuerungsgruppe unter dem Präsidium
der Pro Zürcher Berggebiete (Alfred Gerber), in welcher die Abteilung
Landwirtschaft des Kantons Zürich, der Fonds Landschaft Schweiz,
das Bundesamt für Landwirtschaft, der Zürcher Bauernverband
und der Zürcher Vogelschutz Einsitz haben.
An ProfiNatur können sich 20 Landwirtschaftsbetriebe beteiligen,
deren Betriebszentrum in einer der 15 Zürcher Oberländer Gemeinden
Dürnten, Wald, Fischenthal, Bäretswil, Hinwil, Bauma, Sternenberg,
Hittnau, Wila, Wildberg, Turbenthal, Schlatt, Hofstetten, Zell oder Weisslingen
liegt. Die Bewerbungsfrist lief bis am 10. Mai.
Weitere Auskünfte
Andreas Bosshard, Ö+L, Hof Litzibuch, 8966 Oberwil-Lieli, Tel. 056-641
11 55, abosshard@agraroekologie.ch.
Detailinformationen (Bewerbung, Auswahlkriterien, Zertifizierung,
Anforderungen, Beiträge) können Sie hier
herunterladen (pdf, 400 kb).
Pressespiegel zum Projektstart: Tages-Anzeiger
2.5.09, Landbote
2.5.09, Tössthaler
5.5.09, Schweizer
Bauer 6.5.09.
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